Werse

Werse oberhalb

Ein zentrales Gewässer unseres Vereins ist die Werse. Die Werse ist ein Tieflandsfluss, der durch bereits im Mittelalter errichtete Mühlwehre zu einer beträchtlichen Breite von z. T. über 30 m aufgestaut wurde. Die Fließgeschwindigkeit ist somit gering, die Gewässertiefe sehr unterschiedlich von wenigen Zentimetern bis über sieben Meter. Es sind große Teichrosenfelder und Krautbetten als Unterschlupf für Fische zu finden. Der SAV hat die Werse von der Dorfbrücke in Handorf bis zur ehemaligen Emsmündung an der Haskenau gepachtet. Wir bezeichnen den Bereich von Handorf bis zur Sudmühle als „Werse oberhalb“, den folgenden Bereich bis zur Havichhorster Mühle als „Werse Mittelstück“ und den nicht aufgestauten, wilden Bereich flussab bis zur Pachtgrenze an der Haskenau als „kleine Werse“. Als landschaftliches und ökologisches Kleinod wird der kleinen Werse weiter unten noch ein separater Abschnitt gewidmet.

Ein weiteres Pachtstück des Vereins an der Werse erstreckt sich weit flussauf in Angelmodde von der Einmündung der Angel bis zur Einmündung des Emmerbaches. Hier ist die Werse weniger tief und breit und mit ausgedehnten Teichrosenfeldern besetzt. Insbesondere der Weissfischbestand gilt hier als ausgezeichnet.

 

An der Havichhorster Mühle wurde in 2012) nach umfangreichen Baumaßnahmen ein Organsimenaufstieg (landläufig "Fischtreppe" genannt) in Betrieb genommen. Dies ist ein weiterer Schritt zur geplanten vollständigen Durchgängigkeit des Ems/Werse-Systems von der Quelle bis zur Mündung. Wir Angler erhoffen uns von der Fischtreppe eine deutliche Verbesserung des Fischbesatzes und unterstützen eine ständige Verbesserung des Bauwerks in Form einer professionelle Funktionsüberprüfung durch den Landesfischereiverband.

Ein Zeitungsartikel der Westfälischen Nachrichten berichtet hier von der Einweihung der Fischtreppe. Ein Lageplan des Bauwerks der Stadt Münster findet sich hier.

 


    Werse-Brummer

Werse Mittelstück

Die Werse verfügt über einen sehr guten Bestand an Weissfischen und Raubfischen, neuerdings konnten auch Waller nachgewiesen werden. Des Weiteren werden von Spezialisten immer wieder starke Karpfen überlistet.





Unheimliche Neubürger in der Werse!

Lagekarte



Gewässerkarte SAV
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Nachts gehen in den Mühlkolken der Werse Zander auf Raubzug

Die Mühlkolke

Besonders im Bereich der Mühlkolke ist die Werse leicht zugänglich, was die Attraktivität des Gewässers bei den Mitgliedern noch erhöht. Besonders unsere Raubfischangler kommen hier mit Barsch, Hecht und Zander auf ihre Kosten!















Mergelstrecke der kleinen Werse

Gewässerportrait "kleine Werse"

Die kleine Werse erstreckt sich vom Auslauf des Mühlkolkes der Havichhorster Mühle bis zur Mündung der Werse in die Ems. Hierbei wechseln sich Abschnitte mit tiefen Auskolkungen > 2m Tiefe mit zum Teil sehr flachen und schnellfliessenden Gerinnestrecken und Rauschen ab, in denen die Werse über Mergelbänke fliesst. Durch ihre Fliessgeschwindigkeit und den tiefen Einschnitt ins Gelände mutet die Werse hier, nur kurz vor ihrer Mündung in die Ems, eher wie ein mittegebirgliches Salmonidengewässer an, was nicht ganz täuscht, da hier tatsächlich Bachforellen nachgewiesen wurden. Neben diesen selteneren Arten werden regelmässig Fliesswasserfischarten wie Mühlkoppe und Bachschmerle im Organismenaufstieg der Havichhorster Mühle festgestellt, es kommen hochkapitale Döbel vor, Zander und Hechte wandern aus der Ems stromauf und auch die selten gewordene Barbe hat hier wieder eine Heimat gefunden. Das Gewässer ist sich in diesem Bereich weitestgehend selbst überlassen, es gibt sehr viel überhängendes Astwerk zum Schutz der Fische vor Kormoranfraß.

Ein ökologisches Problem stellen die wechselnden Wasserstände der kleinen Werse dar: Die Wassermenge reguliert sich aus den technischen Gegebenheiten der Havichhorster Mühle. Insbesondere die Wasserkraftanlage der Stadwerke Münster stellt hier ein Problem dar, da sie nicht kontinuierlich, sondern im Schwallbetrieb läuft. Das heisst, das sich das Wasser der Werse für einige Stunden anstaut und erst dann die Turbine auf Vollast geöffnet wird, wodurch eine kleine Flutwelle durch die kleine Werse ergiesst.. Nach Schliessen der Turbine falllen dagegen ganze Abschnitte des Flussgrundes trocken. Dies Vorgehen beschreibt ein weiteres Beispiel für die Tatsache, das Wasserkraft selten oder nie ökologisch sauber genutzt werden kann und somit nicht als "grüner Strom" bezeichnet werden kann.

Hier tummeln sich dicke Döbel

 

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